Therapieangebote

Gruppenpsychotherapie

 

Die Gruppenpsychotherapie stellt einen wesentlichen Bestandteil der Behandlung in unserer Klinik dar. Wahrscheinlich können Sie sich zur Zeit noch wenig unter einer solchen Gruppenpsychotherapie vorstellen und wissen nicht, was Sie dort erwartet.

 

Die Psychosomatische Medizin geht davon aus, dass seelische Probleme, Konflikte und Belastungen mit Gefühlen einhergehen wie Angst, Depression, die auch zu körperlichen Beschwerden führen. Zwischenmenschliche Beziehungen und die damit verbundenen Konflikte und Gefühle nehmen hierbei eine zentrale Stelle ein.

 

Die Gruppenpsychotherapie ist erfahrungsgemäß eine sehr wirksame Behandlungsmethode, um seelische Probleme und Konflikte zu bearbeiten, Lösungsansätze zu erfahren und zu entwickeln. Besonders hilfreich können dabei ähnlich Betroffene sein.

Die Gruppe ist ein Ort, wo Sie sich öffnen und sich abgrenzen lernen. Das sind basale Fähigkeiten, die jeder im Alltag und Beruf braucht, um gesund zu bleiben und nicht krank zu werden.

Die Gruppe bietet sich als intensives Übungsfeld an, um zu lernen, anders mit sich und den Mitmenschen umzugehen.

In der Gruppe und mit Hilfe der Gruppe können Sie Verständnis für sich, Ihre Beschwerden und Probleme gewinnen und sich in andere Menschen besser einfühlen lernen.

 

Jedes Gruppenmitglied kann in einer Art "geschütztem Raum" versuchen, offen seine Empfindungen und Haltungen zu äußern, das schließt neben positiven auch negative Gefühle mit ein. Sie können davon ausgehen, dass andere das Gleiche versuchen. Diese Offenheit sich selbst und anderen gegenüber ist nicht immer einfach und braucht Vertrauen. Menschen unterscheiden sich darin, wie rasch sie Vertrauen zu anderen gewinnen, um auch persönliche Dinge über sich mitteilen zu können. Keiner wird in der Gruppe zu irgendwelchen "Bekenntnissen" gezwungen. Jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden.

 

Jeder hat die Fähigkeit, für andere hilfreich zu sein, besonders, wenn er sich nicht auf Ratschläge zurückzieht, sondern eigene Erfahrungen einbringt, unmittelbar das eigene Erleben und eigene Eindrücke mitteilt.

 

In der Gruppe können Sie Ihre eigene Beziehungsfähigkeit wahrnehmen, ausbilden und verändern. Wir verhalten uns in einer Therapiegruppe nicht anders als in der Familie, mit den Kollegen am Arbeitsplatz oder in sonstigen Gruppen, in denen wir uns bewegen. Es lohnt sich immer wieder genau hinzuschauen, was im Hier und Jetzt in der Gruppe passiert. Daraus lassen sich Erfahrungen gewinnen, die dann auch für den Umgang mit anderen Menschen Geltung haben.

Die therapeutische Arbeit in der Gruppe ist von Ihrer aktiven Mitarbeit und Hilfe abhängig. Die Arbeit kann zu Erfahrungen führen, schmerzlich und belastend sein, sowohl im Klinikalltag als auch nachher im Alltag zu Hause. Über Spannungen, Belastungen, Konflikte, die in Auseinandersetzung mit sich und anderen auftreten, ist es sinnvoll, in der Gruppe zu sprechen, statt diese bei sich zu behalten oder einfach abzureagieren.

 

Der Therapeut wird ein Gruppenklima fördern, in dem sowohl Auseinandersetzungen ermöglicht werden, als auch der Respekt voreinander gewahrt bleibt. Das Behandlungsteam wird Sie dabei unterstützen, mit auftretenden Belastungen umzugehen, so dass Sie die gemeinsam vereinbarten Behandlungsziele erreichen können.

 

Es kann vorkommen, dass einzelne Gruppenmitglieder außerhalb der Gruppenpsychotherapie enge Beziehung zueinander eingehen. Dies hat erfahrungsgemäß oft mit dem Behandlungsverlauf zu tun. Wichtig ist, alle Beziehungen -  auch die außerhalb der Therapiegruppe -  in der Gruppe offen anzusprechen und zu verstehen. Überhaupt sollte die sog. "therapiefreie Zeit" auch Gegenstand der Gruppenpsychotherapie sein.

 

Die Therapie ist eine besondere Zeit, in der sich Veränderungen vorbereiten und entwickeln. Deshalb sollten bedeutsame Lebensentscheidungen während Ihres Klinikaufenthaltes hier erwogen, aber nicht getroffen werden.

Damit die Gruppe gut arbeiten kann, ist wichtig, dass alle Teilnehmer pünktlich gemeinsam anfangen. Ein wiederholtes Zuspätkommen kann Ausdruck sein von Schwierigkeiten, sich auf die Gruppe einzulassen.

Damit in der Gruppe ein Vertrauensklima entsteht und bestehen bleibt, ist unbedingte Schweigepflicht aller Gruppenmitglieder über das, was in der Gruppe besprochen wird, anderen gegenüber eine Grundvoraussetzung der Arbeit.

 

Wir hoffen, mit diesen Hinweisen Ihre Unsicherheit gegenüber der Gruppentherapie verringert zu haben. Wir wünschen Ihnen eine für Sie hilfreiche Behandlungszeit.

 

 

Einzelpsychotherapie 

in der Einzeltherapie werden zwischen Bezugstherapeut und Patient gemeinsam die Rehabilitationsziele festgelegt und der psychotherapeutische Fokus erarbeitet. Es findet eine aktive Integration der Gruppenerfahrung und der Erfahrungen aus dem gesamten klinischen Alltag statt. Wenn notwendig, findet eine vorsichtige Vertiefung von Problemkreisen statt, die schamhaft besetzt sind und dem Schutz einer größeren Intimität bedürfen. Ferner werden die Behandlungsergebnisse vom Bezugstherapeuten mit dem Patienten in den Einzelgesprächen fortlaufend gemeinsam überprüft. In den Einzelgesprächen unterstützt der Bezugstherapeut den Transfer dieser Erfahrungen in den konkreten Alltag des Patienten zu Hause.


Allgemeinmedizinisch-internistische Versorgung
Die Psychosomatik ist mit den Fachgebieten Innere Medizin und Psychiatrie eng verbunden. Diese Gebiete werden bei uns durch die Oberärzte, den leitenden Chefarzt sowie das Medizinische Versorgungs Zentrum (MVZ) vertreten.
Wesentliche Aufgabe ist die Diagnostik und Behandlung innerer Erkrankungen, die im Rahmen der psychosomatischen Medizin einen hohen Stellenwert haben. Modernes diagnostisches Gerät steht im Haus zur Verfügung. Es besteht enge Kooperation mit dem auf gleichem Gelände liegenden Akutkrankenhaus St. Clemens-Hospital. Soweit die Notwendigkeit zur medikamentös-internistischen Behandlung besteht, was auch deren Überprüfung mit einschließt, legen wir besonderen Wert darauf, diese in den therapeutischen Prozess zu integrieren.

 

Ergotherapie
Aufgabe der Ergotherapie sind das funktionelle Arbeiten, Arbeitsplatzberatung, Aktivitätsaufbau, symptomorientierte Behandlungen, insbesondere im Rahmen der Gesundheitsprogramme sowie die Förderung sozialer Kommunikation und Kontaktaufbau im Rahmen der Kreativ- und Gestaltungstherapie.


Gesundheitsschulung/Psychoedukation
Aufgabe der Rehabilitation ist es Krankheit zu mindern und Gesundheit zu fördern. Dazu gehören Anleitung und Unterstützung für gesundheitsbewusstes Verhalten (Ressourcenstärkung). Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe. Zur Gesundheitsschulung gehören Gesundheitsvorträge, Gesundheitskurse, sowie Informationen über gesunde Ernährung, Umgang mit spezifischen Beschwerden, etc..
Die Forschung zur Gesundheitsvorsorge (Prävention) hat gezeigt, welche große Bedeutung Faktoren wie Ernährung, körperliche Bewegung, Entspannungsfähigkeit, Steigerung der Ausdrucksfähigkeit, für körperliches und seelisches Wohlbefinden zukommt.

Entspannung
Wir wenden das Entspannungsverfahren Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jakobson an. Ziel des Entspannungstrainings ist es, körperliche Verspannungszustände wahrzunehmen und ihnen entgegen zu wirken. Es ist eine ergänzende Maßnahme bei der Behandlung von funktionellen Störungen, wie Spannungskopfschmerz, Schlafstörungen, psychovegetative Erschöpfungszustände.

 

Biofeedback

Biofeedback ist eine wissenschaftliche Methode und ein Trainingsprozeß, durch den Menschen willentliche Kontrolle über ihr physiologisches System erlernen können.

Durch Sensoren werden Körperfunktionen, die normalerweise nicht bewusst wahrgenommen und beeinflusst werden können, registriert. Durch Verstärkung und audiovisuelle Rückmeldung (=Feedback!) werden diese Funktionen (z.B. Pulsfrequenz, Schweißsekretion, Muskeltonus, Atem,...) der bewussten Wahrnehmung zugänglich gemacht. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, diese Körperfunktionen auch zu beeinflussen.

Erwiesen effektiv ist Biofeedback bei: Stress und Angsterkrankungen, Spannungskopfschmerz und Migräne, Hoher Blutdruck und chronischem Schmerz.

Das Ziel des Biofeedback-Trainings ist, Kontrolle über Körperfunktionen zu erlangen, und diese Kontrolle ins Alltagsleben überzuführen.