Seelsorge

In der psychsomatischen Reha nehmen Sie sich als ganzen Menschen in den Blick, mit Leib und Seele. Sie sind herzlich eingeladen, auch Ihre spirituellen Fragen und Themen dabei nicht auszusparen. Dazu steht Ihnen während Ihres Aufenthaltes unser Klinikseelsorger, Herr Martin Naton, zur Verfügung. Herr Naton ist katholischer Pastoralreferent, versteht seinen Dienst jedoch ökumenisch. D. h. Ihre Konfession oder Religion oder auch religiöse Ungebundenheit spielen für einen Kontakt keinerlei Rolle.

Pastoralreferent in der Klinikseelsorge

Gedanken klären und ordnen

Es kann sein, dass Sie ein Thema schon lange mit sich herumtragen. Es kann sein, dass es erst ausgelöst durch Ihre Therapie plötzlich wieder Bedeutung bekommt. Ein Einzelgespräch bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Gedanken zu ordnen, sich Klarheit zu verschaffen und neue Blickrichtungen zu gewinnen. Dabei kann es sich um explizit religiöse Fragen handeln, wie etwa Ihre Gottesbeziehung, Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der Bedeutung von Schuld und Vergebung oder um die Reflexion schmerzlicher Erfahrungen mit der Kirche und Ihrer Suche nach einem Weg, die Bedeutung von Kirche für Ihr Leben neu zu klären. Es kann sich aber auch um Fragen handeln, die Sie bewusst auf ihren persönlichen Glauben hin besprechen möchten: Alter und Endlichkeit, Trennung und Beziehung, Verantwortung und Freiheit …  das Thema bestimmen Sie!

Ein wöchentlicher Gesprächskreis mit wechselnden Themen lädt Sie darüber hinaus ein, andere durch die eigenen Gedanken anzuregen und sich selbst durch andere anregen zu lassen.

Zur Ruhe kommen

Sich auf einen therapeutischen Prozess einzulassen erfordert Mut, Energie und Kraft. Und auch der Alltag, aus dem Sie hier in die Klinik kommen, ist oft von Hektik und Unruhe geprägt. Sie sind eingeladen, ein Gegengewicht zu setzen. Die Kapelle als ein Ort der Stille und des Rückzugs bietet Ihnen dafür jederzeit Raum.

Ein wöchentliches Meditationsangebot und Gottesdienste helfen zusätzlich, zur Ruhe zu kommen, Erfahrungen mit Gott und dem eigenen Glauben zu vertiefen und sie in das Suchen um eine mögliche Neuorientierung einzubeziehen.

Mit Trauer leben lernen

Ein besonderes Angebot ist der wöchentliche Gesprächskreis „Mit Trauer leben lernen“, der allen interessierten Patienten offen steht und den unser Seelsorger in Zusammenarbeit mit unserer Musiktherapeutin anbietet. Der Tod eines nahestehenden Menschen ist ein einschneidendes Ereignis, das unser eigenes Leben tiefgreifend verändert. Unser Denken, Handeln und Fühlen gerät aus dem Gleichgewicht. Ohnmacht, das Gefühl von Verlassenheit und Leere, manchmal auch Wut bestimmen unser Erleben. Die Krise der Trauer hat uns erfasst. Oft ist Rückzug unsere erste Reaktion. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass wir gerade im Kontakt mit Menschen, die auch Verluste erlitten haben, Trost, Orientierung und Unterstützung erfahren könnten. Die Gesprächsrunden sollen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten, um über das gemeinsame Sprechen Impulse und Hilfe zu erfahren.

Trauer ist nichts Pathologisches, sondern eine notwendige Antwort unserer Seele auf den Verlust eines für uns wichtigen Menschen. Sie verändert uns, so wie der Tod des anderen unsere Lebensrealität radikal verändert hat. Wir können Trauer nicht zum Verschwinden bringen, sondern sie wartet darauf, von uns in unser Leben integriert zu werden. Das gelingt vor allem dann, wenn wir das, was wir im Hinblick auf die Trauer fühlen und denken nicht für uns behalten, sondern nach außen bringen, mit anderen teilen, und so Resonanz erleben.

Seelsorge und Therapie

Die Seelsorge stellt einen eigenständigen, vom therapeutischen Feld zu trennenden Bereich dar. Der Seelsorger achtet und respektiert die Grenzen zur Therapie. D. h. auf der einen Seite, dass er Sie immer wieder anregen wird, die eingebrachten Fragen aus dem seelsorglichen Gespräch in der Therapie zum Thema zu machen und sie nicht etwa dort bewusst zu vermeiden. Auf der anderen Seite stehen die Gespräche unter Schweigepflicht, der Seelsorger hat keinerlei Vorinformationen über Sie und gibt keinerlei Rückmeldung an das therapeutische Behandlungsteam. Zudem nimmt der Seelsorger an keiner Teamsitzung teil. Die Seelsorge ist ergänzend, Therapie unterstützend und für die Patienten absolut freiwillig.

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