Eine Spende, die Leben rettet.

15. Mai 2018

Privat-Dozent Dr. med. Andreas Fußhöller informiert am Mittwoch, 6. Juni, um 18 Uhr im St.-Clemens-Hospital über die Organspende.

 

Rein formal ist es ein einfacher Schritt. Wer nach seinem Tod bereit ist, Organspender zu werden, füllt lediglich einen Spendeausweis aus und trägt ihn immer bei sich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Entscheidung in einer Patientenverfügung festzuhalten. Auch die Angehörigen sollten über den Wunsch informiert werden. Schließlich sind sie im Ernstfall die ersten Ansprechpartner für die behandelnden Ärzte.

Der Nachweis der Spendebereitschaft ist also einfach. Warum gibt es dennoch immer weniger Menschen, die sich für eine Organspende entscheiden?

„Viele haben Angst davor, als potentieller Organspender im Notfall nicht die erforderliche medizinische Hilfe zu erhalten. Sie fürchten Manipulationen, damit ihre Organe für eine Transplantation zur Verfügung stehen“, fasst Privat-Dozent Dr. med. Andreas Fußhöller, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Nierenheilkunde und Bluthochdruckerkrankungen, die Bedenken zusammen. Diese Furcht erhielt in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von Skandalen in mehreren deutschen Transplantationszentren zusätzlich Nahrung. „Das hat das Vertrauen der Spendewilligen verständlicherweise nachhaltig erschüttert“, weiß Fußhöller. „Zudem besteht oftmals eine große Zurückhaltung, sich zu Lebzeiten mit dem Thema Tod auseinander zu setzen“ berichtet Fußhöller. Leidtragende seien diejenigen, die aufgrund ihrer schweren Erkrankung dringend auf ein neues Herz, eine Lunge, eine Leber oder Niere angewiesen sind.

Eine Handvoll der insgesamt rund 10.000 Patienten auf der Warteliste der Deutschen Stiftung Organtransplantation stammt aus Geldern und Umgebung. Einige betreut der Facharzt für Nephrologie mehrmals pro Woche während ihrer Dialyse im KfH-Nierenzentrum Geldern. Ohne die mehrstündige Blutwäsche, die die Arbeit der geschwächten Nieren ersetzt, hätten diese Patienten keine Überlebenschance. Durchschnittlich sieben Jahre warten sie auf ein geeignetes Spenderorgan. Drei bis vier von Fußhöllers Patienten werden jährlich transplantiert.

Jedes ihrer neuen Organe erzählt eine eigene Geschichte. Der junge Mann, der mit dem Motorrad verunglückte oder die Frau, die an einer plötzlichen Hirnblutung verstarb. Eines aber ist bei allen gleich. Die Verstorbenen erhielten bis zuletzt umfassende medizinische Hilfe, die darauf abzielte, ihr Leben zu retten. „Kein Arzt opfert seinen Patienten für eine Organspende“, versichert PD Dr. med. Andreas Fußhöller. Damit die Patienten auch ganz sicher gehen können, hat der Gesetzgeber Vorkehrungen getroffen. Der unumkehrbare Hirntod des Spenders muss von zwei erfahrenen Fachmedizinern unabhängig voneinander festgestellt werden. Die Ärzte dürfen nicht selbst an der anschließenden Organentnahme oder -transplantation beteiligt sein. Sie entscheiden nicht darüber, welcher Empfänger die Organe des Verstorbenen erhält.

Lauter Argumente also, die bei genauerer Betrachtung für eine Organspende sprechen. Doch natürlich ist die Entscheidung für eine Organspende für Fußhöller nicht zwingend. „Die Entscheidung, ob ich spenden möchte oder nicht, ist eine sehr persönliche. Wichtig ist, dass ich mich frühzeitig mit dem Für und Wider auseinander setze und die Entscheidung nicht meinen Angehörigen überlasse. Jeder sollte seinen Wunsch zu Lebzeiten formulieren“, so Fußhöller. „Ein gut überlegtes Nein ist dabei ebenso zu respektieren wie ein Ja zur Organspende.“

Privat-Dozent Dr. med. Andreas Fußhöller ist Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie und Hypertensiologie. Der Chefarzt im St.-Clemens-Hospital und Ärztliche Leiter des KfH-Nierenzentrums in Geldern informiert am 6. Juni über die aktuelle Situation der Organspende. Er beantwortet dabei u. a. Fragen zur Voraussetzung für eine Organspende

Info & Kontakt

Kontakt

Zentrale der Gelderland-Klinik

Telefon 02831 137-0
Telefax 02831 137-8502

verwaltung@gelderlandklinik.de


Patientenaufnahme

Tel.: 02831 137-8344
Fax: 02831 137-8842


Ärztliche Leitung

Dr. med. Klaus Peter Krieger
Ärztlicher Direktor
Chefarzt

Tel: 02831 137-8012
Fax: 02831 137-8502
k.krieger@gelderlandklinik.de

Matthias Gasche
Chefarzt

Tel: 02831 137-8002
Fax: 02831 137-8502
m.gasche@gelderlandklinik.de